Lucas Brunner
Lucas Brunner

Lucas Brunner

Brunner, Lucas (*1967). 1991–. Erster Schweizer Schachgrossmeister, heute Händler bei einer Grossbank.

Als Auslandschweizer in Berlin aufgewachsen, errang der ehrgeizige junge Schachprofi als Neunzehnjähriger den IM-Titel und beteiligte sich ab dieser Zeit auch regelmässig an den Schweizerischen Turnieren. 1989 und 1994 wurde er an der Landesmeisterschaft zusammen mit Beat Züger bester Schweizer. Während beim ersten Mal die Feinwertung gegen ihn sprach, setzte sich Brunner beim zweiten Mal im Stichkampf durch.

Nachdem ihm im Dezember 1993 die letzte Norm für den Grossmeistertitel gelungen war, begann er sich allmählich aus dem Berufssport zurückzuziehen und in der Bankenwelt Fuss zu fassen.
In Prag (1989), Kecskemét (1991 und 1993) sowie Baden-Baden (1992) hat er internationale Turniere gewonnen, ausserdem vertrat er in den neunziger Jahren die Schweizer Nationalmannschaft an diversen Mannschaftswettbewerben.
Zwei Kurzwettkämpfe gegen die chinesische Frauenweltmeisterin xie Jun in Bern und Shanghai endeten 1995 mit je einem Erfolg für beiden Seiten. Ein Jahr später gegen Viktor Kortschnoi unterlag Brunner deutlich mit 1 : 5, doch hatte er sich da bereits vom Turnierschach zurückgezogen.

Einzig in der Schweizerischen Mannschaftsmeisterschaft ist er bis heute aktiv und sehr erfolgreich geblieben. Nach vier Titelgewinnen in der deutschen Bundesliga mit Solingen und Porz hat Brunner inzwischen mit der SG Zürich achtmal den hiesigen Titel geholt und gehört trotz seiner geringen Spielpraxis bis heute zu den stärksten Spielern der Schweiz.

Einst als Klub- und Jugendtrainer, heute in der Jugendschach- und der Accentus-Stiftung engagiert sich Brunner tatkräftig für das Schweizer Schach und dessen Zukunft.
Er betreute zwischen 1991 und 2001 die Schachspalte der «Neuen Zürcher Zeitung» und schrieb sporadisch bis Anfang 2007 für das Traditionsblatt, ausserdem verwaltet er seit 2002 für den Weltschachbund den «Fonds permanent».



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