Edgar Walther
Edgar Walther

Edgar Walther

Walther, Edgar (1930–2013). 1952–2013. Bs 1966–75, EM 1989. Fide- Meister und Buchdrucker, später 15 Jahre selbständiger Kleinunternehmer in der Gebäudereinigung und schliesslich langjähriger «Chef Dienste» einer Grossbankfiliale, ein führender Schweizer Meisterspieler und eines der treuesten Mitglieder der Schachgesellschaft.

Feierte seine ersten Erfolge in der Arbeiterschach-Bewegung, wo er nach dem Zweiten Weltkrieg in der Jugendgruppe des ASV Sihlfeld in Edwin Bhend und in Dieter Keller kongeniale Partner und Rivalen fand. Ab 1952 beteiligte er sich, nachdem er schon 1947 dem Kaufmännischen Verein beigetreten war, auch regelmässig an den «bürgerlichen » Veranstaltungen, wo er auf Anhieb mit Martin Christoffel bei der Stadtmeisterschaft den ersten Platz teilte und am Schweizerischen Schachturnier in Zürich das Hauptturnier I gewann.

Es folgten zahlreiche Erfolge auf nationaler und regionaler Ebene: In Zürich gewann er fünf Mal die Stadtmeisterschaft, zweimal den Stadtcup, mehrere Vereinsmeisterschaften – darunter zwischen 1955 und 1991 achtmal diejenige der Schachgesellschaft –, das Henri-Rychner-Gedenkturnier 1972 sowie mehrere Turniere des Arbeitervereins. Auf nationaler Ebene kamen ein Sieg in der Coupe Suisse (1965), drei Siege am Bundesturnier sowie etliche Spitzenplätze am Schweizerischen Schachturnier hinzu. Einzig der Landesmeistertitel blieb ihm verwehrt; am nächsten kam er ihm 1965, als er nach geteiltem Turniersieg im Stichkampf Marcel Markus den Vortritt lassen musste.

Als langjähriges Mitglied der Nationalmannschaft bestritt Walther sieben Clare-Benedict-Turniere und sechs Schacholympiaden, einige mit hervorragendem Ergebnis. Ausserdem vertrat er 1948 an der Mini-Arbeiter-Schacholympiade in der Tschechoslowakei die Schweiz am ersten Brett und landete an zwei Zonenturnieren im Mittelfeld. Für die Schachgesellschaft spielte er seit deren erstmaligem SMM-Antritt 1953 bis 2007 ununterbrochen in der Nationalliga A oder Nationalliga B – ein Rekord, der so bald nicht geschlagen wird – und trug dabei immer wieder mit einer hohen Punkteausbeute zu den zahlreichen Titeln des Vereins bei. So gewann er zum Beispiel 1968 als Mannschaftsleiter sämtliche sieben Partien!

Edgar Walther, der sich mit seinem bescheidenen und liebenswürdigen Wesen einer enormen Beliebtheit bei allen Vereinsmitgliedern erfreut, hat sich nicht nur im herkömmlichen Schach profiliert, sondern auch im Blitz- und Fernschach aussergewöhnliche Erfolge erzielt. Aus unzähligen GV-Blitzturnieren, Stadtmeisterschaften und «Tobelhof»- Blitzturnieren ist er als Sieger hervorgegangen, und im Fernschach gewann er 1967 und 1971 das Turnier um den «Goldenen Springer», das ihm beim zweiten Mal auch die Schweizer Meisterschaft einbrachte.
Den Halbfinal der achten Fernschach- WM (1972–75) beendete er im 1. bis 2. Rang und im anschliessenden Finale kam er auf Platz elf, womit er sich den Titel eines Internationalen Fernschachmeisters verdiente.

Das vielleicht beste Jahr des unerschrockenen Angriffsspielers blieb jedoch 1961, als ihm das Kunststück gelang, sowohl aus Stadtcup, Stadtmeisterschaft, Blitz-Stadtmeisterschaft, KV-Stundenturnier, SGZ-Vereinsmeisterschaft wie Tobelhof- Blitzturnier als Sieger hervorzugehen!



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