Josef Kupper
Josef Kupper

Josef Kupper

Kupper, Prof. Dr. Josef (1932–2017). 1952–2017. SL 1991–2004, EM 1989. Versicherungsmathematiker, Stellvertretender Generaldirektor der Rentenanstalt, Privatdozent und Titularprofessor an der ETH, Präsident der Schweizerischen Versicherungsmathematiker und Internationaler Schachmeister.

Nachdem er schon als Fünfjähriger das Schachspiel erlernt hatte (noch vor dem Lesen und Schreiben), trat er achtjährig der SG Luzern bei und erzielte innert Kürze aufsehenerregende Erfolge.
Als Zwölfjähriger gewann er verlustpunktlos das 136. Fernturnier der Schachzeitung und 1944/45 gewann er sensationell zusammen mit Alex Crisovan die Luzerner Vereinsmeisterschaft, nachdem vor Turnierbeginn im Verein noch bedeutende «prinzipielle und erzieherische Bedenken» gegen die Teilnahme des 13-Jährigen in der obersten Spielklasse geäussert worden waren!

1944 gab Josef Kupper in Erstfeld seine erste Simultanvorstellung (sieben Siege in sieben Partien), und schon kurze Zeit später trat er mit selbst komponierten Schachproblemen und Studien an die Öffentlichkeit.
1948 qualifizierte sich Kupper mit einem zweiten Rang im Hauptturnier I des Schweizerischen Schachturniers für die Meisterklasse und liess auch am traditionellen Problemlösungsturnier fast die ganze Konkurrenz hinter sich. 1949 gewann er seinen ersten von vier Innerschweizer Meistertiteln in Folge, belegte im Reserve-Meisterturnier des SSV den geteilten ersten Platz und begann, in den Luzerner Weihnachtsturnieren wertvolle internationale Erfahrungen zu sammeln. Nach dritten und zweiten Plätzen gelang ihm 1954 der erste Titelgewinn an der Landesmeisterschaft vor Henry Grob und Erwin Nievergelt; im gleichen Jahr erzielte er an der Schacholympiade in Amsterdam 10 von 14 Punkten am ersten Brett.
Zwei weitere Landesmeistertitel folgten 1957 nach Stichkampf mit Nievergelt und 1962 mit einem halben Punkt Vorsprung auf den langjährigen Konkurrenten Dieter Keller.

Ähnlich wie Keller zog sich auch Kupper nach der Promotion und dem Einstieg ins Berufsleben weitgehend vom Turnierschach zurück, blieb einzig der Nationalmannschaft noch viele Jahre erhalten und stand der NLA-Mannschaft der SG Zürich bis 1991 treu zur Verfügung. Daneben führte er während Jahrzehnten in der Basler «National-Zeitung» die vielbeachtete Schachspalte, die einst von Moriz Henneberger begründet worden war.

Nach drei Finalniederlagen in früheren Jahren gewann Kupper 1972 doch noch die Coupe Suisse, und 1989 siegte er am Hans-Johner-Gedenkturnier in Luzern vor zahlreicher Schweizer Veteranenprominenz.
Als feiner Komponist mit rund 800 publizierten Aufgaben und über 100 Turnierauszeichnungen blieb Kupper bis zu seinem Tod der Problemschachkunst treu.
2007, das heisst 53 Jahre nach der Verleihung des Titels «Internationaler Meister», wurde ihm auch der Titel «Fide-Meister im Problemlösen» verliehen. 2002 gewann er die Schweizerische Lösungsmeisterschaft vor diversen Koryphäen, und von 1998 bis 2004 stellte er sich den Schweizer Kunstschachfreunden als Präsident zur Verfügung.
Diese Vereinigung zählte ihn, ebenso wie der Schachklub Glattbrugg und die Schachgesellschaft, zu ihren Ehrenmitgliedern.

2019 wurde dem Meister und Komponist zu Ehren das Josef Kupper Memorial durchgeführt.



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