Polgar Judit (GM) (HUN) - Anand Viswanathan (IND) [B90]
It (cat.17) Wijk aan Zee (Netherlands) (6), 1998
[Hug,Marcel]

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.Le3 e5 7.Sf3 Le7 8.Lc4 0-0 9.0-0 Le6 10.De2 b5 11.Lb3 Der diskrete Zug. Lxe6 verschafft Schwarz die Kontrolle über die Felder d5 und f5, wo sich ein weisser Springer einpflanzen möchte.

11...Lxb3
Ein positioneller Fehler, welche die a-Linie öffnet und das Feld d5 schwächt. Anand wollte nicht Sd7 ziehen, wegen Lxe6 gefolgt von Sg5. [ 11...b4? 12.Sa4 Sxe4 13.Lb6+- ]

12.axb3 Sbd7
Damit hat Schwarz scheinbar ein Tempo gespart für die Entwicklung des Springers.

13.Tfd1 Dc7
[ 13...h6 ]

14.Lg5!
Weiss tauscht die Figuren, welche d5 überdecken. Anstelle von Lxb3 hätte Schwarz h6 ziehen müssen, um diesen Abtausch zu verhindern.

14...Tfc8 15.Se1 Db7 16.Lxf6 Sxf6 17.Sd5 Sxd5 18.Txd5 Tc5 19.Tad1 Txd5 20.Txd5 Tc8 21.c3 b4 22.c4 g6 23.g3 Tc5 24.Td1 a5 25.Sc2
Das Resultat von Lxb3 ist nun ein klarer weisser Vorteil: Anand hatte einfach die Stellung falsch eingeschätzt nach Schlagen auf b3. Was nun folgt ist eine technische Demonstration von Judit.

25...Kg7 26.Dd3 Tc6 27.Se3 Dc8 28.Kg2 De6 29.De2 Ld8 30.Sd5 Tc5 31.De3 Le7
[ 31...a4? 32.bxa4 Txc4 33.b3 ; 31...f5 32.f3 ]

32.Td3 Ld8 33.Dd2 Tc6 34.Dd1 Kg8 35.h4
Die Aufstellung mit g3 und h4 gegen den schwarzen Läufer ist natürlich Standard.

35...Kg7 36.h5 Lg5 37.Df3 Tc8 38.Td1 Tc6 39.De2 Tc8 40.Th1 Kg8 41.f3 Tb8 42.Df2 Tb7 43.hxg6 fxg6
Fritz sieht hier nur leichten Vorteil für Weiss. Doch Weiss kann lange lavieren und machen was Sie möchte. [ 43...hxg6 44.Dg1 Lf6 45.Dh2 Td7 46.Dh7+ Kf8 47.Ta1 Ta7 48.Dh6+ Lg7 49.De3 Dd7 50.Db6+- ]

44.c5! dxc5 45.Dxc5 Ld8 46.Tc1 Kf7 47.De3 Kg7 48.Tc4 Td7 49.Dc1 h5 50.Tc6 Td6 51.Tc8 Dd7 52.Dc5 Kh6 53.Tb8 Lf6
[ 53...g5 mit der Idee g4 bot bessere Chancen]

54.De3+ Lg5?
[ 54...Kg7 55.Ta8 Db5 ]

55.f4 exf4 56.Th8+
Aufgegeben. Es könnte folgen:

56...Kg7 57.Dd4+ Lf6 58.Dxf6+! Txf6 59.Th7+ Kxh7 60.Sxf6+ Kh6 61.Sxd7+- 1-0